Du bist voller Elan in deine lange geplante Ausbildung gestartet. Doch bald treten Probleme auf? Auf keinen Fall aber sollte eine Ausbildung einfach „hingeschmissen“ werden. Nicht selten lässt sich zusammen mit dem Ausbilder eine Lösung des Problems finden.

Wichtige W-Fragen vor einem übereilten Abbruch:

Warum will ich abbrechen?

Diese Frage ist mit Abstand die wichtigste. Denn es kann Gründe geben, zum Beispiel gesundheitliche, die tatsächlich nur mit einem Abbruch und einer Neuorientierung zu lösen sind. Dann empfiehlt es sich, möglichst frühzeitig abzubrechen, um nicht zu viel Zeit zu verschenken.

Wo kann ich mir Rat einholen?

Gibt es Probleme mit dem Chef – dann kann ein klärendes Gespräch mit deinem Vorgesetzten die Situation unter Umständen noch retten. Du kannst aber auch deine Lehrer an der Berufsschule um Rat fragen. Das Gleiche gilt für die Ausbildungsberater der einzelnen Kammern oder Innungen. Und nicht zuletzt gibt es auch Rat und Hilfe bei den Berufsberatern der Agentur für Arbeit bzw. dem Team U25. In jedem Fall gilt: Je früher bei Problemen Rat und Hilfe gesucht wird, desto besser!

Wie kann mir geholfen werden?

Passt der eingeschlagene Berufsweg, aber es hapert beispielsweise an Vorkenntnissen oder bei der Berufsschulausbildung? Dann können sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) deine Rettung sein. Dazu an die Berufsberater der Arbeitsagenturen wenden. Sie treffen mir dir zusammen eine Entscheidung, welche abH dir weiterhelfen können.

Was tun, wenn der Beruf einfach falsch gewählt ist?

Zwischen deinen Vorstellungen vom Ausbildungsberuf und der Realität klaffen Welten? Bitte nicht überstürzt abbrechen, sondern in Ruhe überlegen, ob die Ausbildung erst abgeschlossen werden sollte, um dann in einen anderen Bereich zu wechseln.

Welche Alternativen habe ich?

Vor dem überschnellen Abbruch solltest du dir einen Plan B zurechtlegen. Dafür stelle dir folgende „Was möchte ich“-Fragen: Möchte ich eine Ausbildung im selben Beruf, aber einem anderen Betrieb machen? Möchte ich den Beruf wechseln und eine ganz andere Ausbildung absolvieren? Möchte ich zurück in die Schule? Möchte ich lieber eine Berufsfachschule besuchen? Möchte ich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) machen? Möchte ich sogar in ein Studium bzw. ein duales Studium starten?

Weshalb ist der Gang zur Agentur für Arbeit jetzt wichtig?

Immerhin sind knapp 20 Prozent der Azubis, die ihre Ausbildung abgebrochen haben, nachher arbeitslos. Geschieht dies auch in deinem Fall, solltest du dich auf jeden Fall umgehend arbeitslos melden. Es wird dann geprüft, welcher Anspruch auf Arbeitslosengeld (I oder II) besteht. Dies ist unter anderem deshalb wichtig, weil dann in der Regel auch die Frage der Krankenkasse geklärt wird.

Text: Agentur für Arbeit