Sarah Rieder, Bayernkolleg in Augsburg

Im Interview erzählt sie von ihrer Entscheidung ihr Abitur an einem Gymnasium für Erwachsene nachzuholen.

Wieso hast du dich gerade für das Bayernkolleg Augsburg entschieden?

Nach meiner Ausbildung stand für mich fest, dass ich meinen erlernten Beruf nicht weiter ausüben möchte. Ich wollte meine allgemeine Hochschulreife nachholen. Daraufhin ging ich zu den Informationsabenden der BOS und des Bayernkollegs. Am Bayernkolleg habe ich mich sofort wohl gefühlt. Die Schule hat nicht so viele Schüler wie die BOS und ich habe mich willkommen und gut aufgehoben gefühlt.

Welchen Beruf und welchen Schulabschluss hattest du vorher?

Bis zur sechsten Klasse war ich auf einem Gymnasium in Augsburg. Ab der siebten ging ich auf eine Realschule und habe diese mit der Mittleren Reife verlassen. Im Anschluss habe ich eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation gemacht, die ich auf 2,5 Jahre verkürzt habe. Zwischen Ausbildung und Bayernkolleg verbrachte ich dann noch ein paar Monate im Ausland und zuhause.

Von der Berufstätigkeit zurück auf die Schulbank: Was war für dich die größte Umstellung?

Konsequentes und kontinuierliches Lernen. Gerade weil ich eine längere Pause zwischen Ausbildung und Schule gemacht habe, musste ich mich anfangs sehr überwinden, regelmäßig zu lernen. Wenn man nur ab und zu und vor den Tests ein bisschen was tut, ist es damit leider nicht getan.

Was hat dich dazu bewogen, deinen bisherigen Beruf aufzugeben und den Weg zum Abitur einzuschlagen?

Ich habe leider festgestellt, dass mein erlernter Beruf nicht der richtige für mich ist. Deshalb habe ich mir die Frage stellen müssen, was fange ich mit mir nun an. Eine zweite Ausbildung wollte ich nicht machen. Also habe ich mich entschieden, mein Abitur nachzuholen, um mir weitere Möglichkeiten zu eröffnen.

Welche Voraussetzungen und Eigenschaften sollte man für einen erfolgreichen Besuch dieses Gymnasiums für Erwachsene mitbringen?

Das ist schwer zu sagen. Jeder findet hier seinen eigenen Weg die Schule zu bestehen oder eben nicht. Wenn man ein gutes Abitur schreiben will, muss man viel Willen mitbringen, auch Sachen, die einen vielleicht nicht interessieren, zu lernen. Zudem muss man flexibel im Denken sein. Wenn man zum Beispiel am Tag fünf verschiedene Fächer hat, muss man sich jede Stunde umstellen und auch auf jede Stunde vorbereiten. Meiner bisherigen Erfahrung nach findet jeder sein eigenes System die Schule zu bestehen. Das Abitur zu machen, ist aber auf jeden Fall zeitintensiv und fordert viel persönlichen Einsatz.

Welche Pläne hast du nach dem Bayernkolleg Augsburg?

Bis jetzt habe ich noch keine festen Pläne, nur Ideen. Am liebsten möchte ich ein/zwei Jährchen Pause machen und meine Zeit mit Reisen und Jobben verbringen. Ich möchte gerne den Jakobsweg und den Great Glen Way in Schottland laufen. Auf jeden Fall möchte ich in eine andere Stadt, oder vielleicht sogar ein anders Land ziehen und Kunst, Meeresbiologie oder Restauration studieren. Ich hab viele Ideen. Mal sehen was kommt 🙂

Hast du einen Tipp für künftige Kollegiaten deiner Schule?

Macht euch nicht verrückt! Man muss nicht acht Stunden am Tag lernen um gut zu sein. Man muss nur sein eigenes System finden und sich auch Zeit geben, sich in den Schulalltag ein zu finden.